Ev. Kirche Kirchheim

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Hauptstraße, 36275 Kirchheim

Kirche

Die evangelische Kirche von Kirchheim aus dem Jahr 1822 ist eine schlichtes Bauwerk, das durch die besondere Farbgebung Ruhe und Beschaulichkeit ausstrahlt. Sie steht auf einer kleinen Anhöhe, wo sie im Altertum vor Hochwasser sicher war.

Am gleichen Platz, an dem die heutige evangelische Kirche Kirchheims steht, ist im 8. Jahrhundert eine kleine christliche Kapelle errichtet worden. Sie war wohl Zentrum der ersten Christen des gesamten Aulatals. Mit dem Ausbau des Nachbarortes Niederaula im 9. Jahrhundert verlor Kirchheim diese Mittelpunktfunktion an Niederaula.

Von der kleinen Kapelle  -vermutlich aus Holz gebaut- wissen wir nichts, auch nicht, wie lange sie Bestand gehabt hat. Wir wissen erst wieder einiges von der Vorgänger-Kirche, der heutigen evangelischen Kirche in Kirchheim. Diese Vorgänger-Kirche stand bereits, quellenmäßig belegt, um 1250 am heutigen Kirchplatz. Sie war rechteckig, aus Stein gebaut, etwa 8 Meter breit und 12 Meter lang, mit einem Glockenturm als Dachreiter und im Inneren mit einer Balkendecke und Stützpfeilern für den Turm versehen.

Noch in vorreformatorischer Zeit wurde diese Kirche, vermutlich zu Ende des 14. Jahrhunderts, als Kirchheim nachgewiesenermaßen Pfarrstelle mit eigenem Pfarrer wurde, durch einen gewölbten Chorraum von 8 Meter Breite mit neuem Altar, Kanzel und Sakristei erweitert.

In dieser Kirche wurde der erste evangelische Gottesdienst gefeiert, als um 1554 die hier erfolgte Reformation alle Christen evangelisch werden ließ. Fortan war die Kirchheimer Kirche due Kirche der Protestanten. Katholische Christen kamen erst wieder nach dem 2. Weltkrieg nach hier und bilden eine kleine Minderheit in unseren Dörfern.

Bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts zeigten sich große bauliche Mängel an der Kirche. Oft wird von herabfallendem Putz und Steinen-auch während der Gottesdienste –berichtet. Aber erst 1822 wurde es möglich anstelle der alten und baufällig gewordenen Kirche eine neue, die heutige, zu bauen. Aus der alten Kirche ist manches in die neue übernommen worden. Erhalten geblieben ist eine Glocke aus dem Jahr 1562, ein Grabstein, der in die östliche Außenmauer eingemauert ist, und ein alter Abendmahlskelch aus 1512.

Die heutige Kirche, ein klassizistischer Saalbau mit eingestelltem zum Teil noch verschindeltem Dachreiterturm, ist durch ihre Schlichtheit gekennzeichnet und strahlt durch ihre besondere Farbgebung Ruhe und Beschaulichkeit aus. Der stilechte klassizistische Orgelprospekt und zwei künstlerisch gestaltete Bundglasfenster verdienen Aufmerksamkeit.

An den bis 1838 belegten Friedhof um die Kirche herum erinnern nur noch zwei Grabsteine am Westeingang. An die einst vorhandene alte Wehrmauer erinnert nichts mehr.

Die heutige Kirche ist der Gottesdienst für etwa 2.100 evangelische Christen aus Kirchheim, Goßmannssrode, Gershausen, Reimboldshausen und Kemmerode. Das auch zur Kirchengemeinde gehörende Dorf Reckerode hat eine Kirche, die aus vorreformatorischer Zeit stammt und ursprünglich eine Grabkapelle der Hersfelder Mönche war.

Zu der Evanglische Kirchengemeinde Kirchheim & Frielingen/Willingshain gehörten die Gotteshäuser in Kirchheim, Frielingen, Willingshain und Reckerode. Die Kirchen sind geöffnet zu den angegebenen Gottesdiensten und kirchlichen Veranstaltungen.

Textquelle: Infotafel Ev. Kirche Kirchheim

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Autor

Rotkäppchenland

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Regionalmanagement Nordhessen GmbH
34117 Kassel